Next Generation Dana Cup – Bericht zur FVM-VFK-Fahrt 2014

Next Generation Dana Cup

Im Fokus dieser einmaligen Förderungs- und Sichtungsmaßnahme stehen unsere jungen Schiedsrichter und ihre Fortbildung. Bei der 16. Auflage der Fahrt des Verbandsförderkaders zum Dana Cup ist die Leitung der Maßnahme dabei in jüngere Hände übergeben worden: Die nächste Generation knüpft an die geschaffene Arbeitsqualität der vergangenen Jahre an, setzt eigene Schwerpunkte und demonstriert, wie gut generationsübergreifender Wissenstransfer im FVM funktioniert. Der Verbandsschiedsrichterausschuss sichert mit dieser Maßnahme sein bemerkenswertes Portfolio junger und leistungsfähiger Nachwuchsschiedsrichter für die hohen Verbandsspielklassen.

Marc Jäger setzt sich durch

Marc Jäger (17) schaut erstaunt. Sein Coach Markus Meier hat nach seiner Spielleitung doch noch über einige Minuten ein Feedbackgespräch mit ihm zu führen. Stellungsspiel, Laufwege, persönliche Strafen, Handzeichen, Spielkontrolle, Auftreten, Persönlichkeit… All das war doch schon Gegenstand der Besprechung mit den anderen Coaches gewesen! Und jetzt soll es weitere Tipps und Hinweise geben? – Ja, es gibt sie. Der nicht viel ältere Markus Meier, der schon seit sieben Jahren Schiedsrichter ist und damit fast schon als „alter Hase“ gilt, gibt im Coaching viel von dem weiter, was er in seinen eigenen Spielen gelernt hat. Vor zwei Jahren war er selbst noch Teilnehmer beim Dana Cup, heute leitet er Spiele in der Landesliga und assistiert in der Jugend-Bundesliga. Marc lauscht und überlegt, was er davon übernehmen kann, um die schon gute Spielleitung noch besser zu machen.

Das A und O: Gute Coachings sind der Schlüssel zum Erfolg. Das Gespann lauscht VSA-Mitglied Helmut Hüdepohl gespannt.

Das ist zugleich Geheimnis und Erfolgsrezept der Jugendförderungsmaßnahme des Verbandsschiedsrichterausschusses beim Dana Cup. Erfahrene Schiedsrichterkollegen coachen die jungen Nachwuchstalente bei ihren zahlreichen Spielaufträgen (insgesamt pfeifen die 16 JSR in den 4 Turniertagen bei fast 250 Spielen) und vermitteln direkt nach der Begegnung eine unmittelbare Rückmeldung zu den positiven und negativen Aspekten der Spielleitung. Gutes wird festgehalten, Verbesserungspotential analysiert, strittige Szenen werden diskutiert, schiedsrichterhandwerkliche Kniffe weitergegeben, Fehler besprochen. Die zeitnahe, freundschaftlich-kameradschaftliche und fundierte Kritik erzeugt beim Nachwuchs stets einen bemerkenswerten Lernerfolg. Dieser ist vor allem deswegen möglich, weil in der lernorientierten Gemeinschaftsatmosphäre das starke Gruppengefühl hochgehalten wird und großen Leistungswillen sowie Akzeptanz und Offenheit erzeugt.

Unsere diesjährigen Vertreter v.l.n.r.: hintere Reihe – Sherwin Moradi, Kaan Haydan, Marc Jäger, Jakob Ferner, Marvin Koll, Julian Dohmen, Luca Marx, Thomas Bähr, Lennart Hegemann, Aaron Haas, Dirk Molitor, Lars Fischer; vordere Reihe – Cedrik Pelka (FVN), Ulrike Servos, Katharina Gerhard, Oscar Menzel

Jedes Jahr in der 30. Kalenderwoche treten rund 25.000 Teilnehmer in mehr als 1.000 Mannschaften aus über 50 Nationen die Reise ins sonst so beschauliche Hjørring ganz im Norden Dänemarks an. Rund 260 Schiedsrichter leiten von Dienstag bis Samstag insgesamt über 5.000 Spiele von Jungen und Mädchen, die in Jahrgangsmannschaften von 11 bis 19 Jahren eingeteilt sind. Gespielt wird auf über 60 Fußballplätzen, die über einige Gemeinden rund um Hjørring verteilt sind. Der Dana Cup ist also ein Fest für Fußballliebhaber, und der FVM ist seit 16 Jahren mit seiner kleinen aber feinen Auswahl junger Schiedsrichter eine bekannte und feste Größe bei dem Turnier.

Nach über einem Dutzend Spielleitungen bei hochsommerlichen Temperaturen brachte die nahe Nordsee die verdiente Abkühlung

Für die Nachwuchsschiedsrichter fällt das Ereignis immer die Sommerferien. Ferien? Freizeit? – Eher Fehlanzeige! „Ab Montagmittag konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Spielleitungen und das Sportliche. Von Dienstag bis Freitag pfeifen unsere jungen Schiedsrichter zwischen 7.30 Uhr und 20.30 Uhr zwischen drei und vier Spiele; um 22.00 Uhr ist dann Tagesbesprechung. Spätestens um Mitternacht liegen alle im Bett“, beschreibt das zuständige VSA-Mitglied Helmut Hüdepohl den straffen Tagesplan. Der gilt übrigens nicht nur für die Talente des Verbandsförderkaders: Natürlich sind auch die mitreisenden Coaches den gleichen Regeln verpflichtet, weil sie ebenfalls über den Tag verteilt das VFK-Team bei ihren Spielen beobachten und coachen.

Auch unser weiblicher Nachwuchs macht an der Pfeife eine gute Figur: Katharina Gerhard in Aktion

So wirkt auch Günter Gertmann, VKSA des Kreises Sieg, der die Maßnahme schon seit Jahren begleitet, mitunter etwas gestresst: „Auf fünf Plätzen war ich heute unterwegs, von 8:10 Uhr bis 19:30 Uhr.“ Fünf junge Kollegen, die er bislang nur aus der Theorieform kannte, hat er an der Pfeife gesehen. Anschließend hat er die Leistungen besprochen. „Jedes Jahr die Sache mit dem Stellungsspiel…“, will Günter fast schon losschimpfen. Aber er weiß es aus den Vorjahren: Morgen wird es anders sein. „Ich bin begeistert, wie die Jungs und Mädels es immer wieder schaffen, unsere zahlreichen Tipps innerhalb von Stunden in die Praxis umzusetzen“, sagt Günter. Vor ihm liegt ein schweres DFB-Notizbuch mit vorgedruckten Spielfeldumrissen. Seine Notizen, Zeichnungen und Linien verraten dem Kundigen, worum es ihm wohl mehr als einmal ging: die „flexible“ Diagonale, also den Laufweg des Schiedsrichters, um bestmögliche Sicht auf das Geschehen zu erhalten. Nicht nur für Günter Gertmann ist glasklar: „Die Details stehen in keinem Regelbuch. Das ist so wichtig, und man kann das nur auf dem Platz erklären.“ Deswegen macht er es wieder, Jahr für Jahr.

Regionalliga-Referee und FVM-Präsidiumsmitglied Dominik Jolk gibt sein Fachwissen im Coaching-Gespräch weiter

VSA-Mitglied Kim Schwarzschultz sichert „Beweismaterial“: Auch nach dem Dana Cup wird mit den Eindrücken weitergearbeitet

Bei der Bewertung der Maßnahme herrscht bei den neuen Verantwortlichen Einigkeit: „Ich bin begeistert, welche Fortschritte die Truppe in der Woche gemacht hat“, fasst Helmut Hüdepohl zusammen. „Dieser Leistungszuwachs wird auf den FVM-Plätzen sofort positiv auffallen.“ FVM-Delegationsleiter Dominik Jolk ist überzeugt: „Die Fahrt des Förderkaders zum Dana Cup ist neben den sportlichen Herausforderungen eine etablierte Jugendmaßnahme geworden, die unsere jungen Schiedsrichter auch in ihrer Persönlichkeit fördert.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Vor etlichen Jahren beim Coaching…

Zum Abschluss ein persönliches Wort: Mit diesem Dana Cup habe ich das Know-how und die Erfahrung von 16 Jahren Dana-Cup-Leitung an hervorragende jüngere Kräfte weitergeben und mich damit von der aktiven Beteiligung bei dieser Fahrt verabschiedet. Ich hoffe, dass der FVM diese phantastische Fördermaßnahme in der bewährten Tradition aufrechterhält, und wünsche ihr eine gute und lange Zukunft. Ich bedanke mich für die wunderbaren Erfahrungen und die tolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Es ist der richtige Zeitpunkt für einen Schlusspunkt, was meine offizielle Beteiligung in Schiedsrichtermaßnahmen des FVM angeht. Ich schaue mit Freude auf das Erreichte zurück und sehe neuen Aufgaben entgegen.


Erscheint (gekürzt) als Beitrag im „EINSZUEINS“, Magazin des Fußball-Verbandes Mittelrhein e.V. – Zur pdf-Ausgabe

Zur Bildergalerie (auf der Facebook-Seite des Fußball-Verbands Mittelrhein)

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